Wissenswertes über Bienenhonig
Honigentstehung
Bienen verwenden den Honig ursprünglich als Wintervorrat und zur Fütterung des Nachwuchses. Von uns Menschen wird der erzeugte Überschuss an Honig seit Jahrtausenden als Süßungsmittel, Kraftnahrung und gutes altes Hausmittel genutzt.
Für die Honigherstellung holt die Biene den zuckerwässrigen Nektar vom Grund der Blüte. Mit ihrem Rüssel nimmt sie den Nektar auf und transportiert ihn in den Honigmagen, wo er nicht verdaut, sondern gelagert wird. Eine winzige Menge benötigt die Biene für sich, den Rest fliegt sie heim. Für die Herstellung von Waldhonig wird nicht der Blütennektar, sondern der Honigtau zahlreicher Baumarten als Rohstoff genutzt. 20000 Ausflüge muss eine Biene unternehmen, um einen Liter Nektar aufzusammeln, aus dem später ca. 300g Honig entstehen. Während des Heimfluges entzieht die Biene dem gesammelten Nektar Wasser. Ist der Nektar im Bienenstock angekommen, wird er in Zellen gefüllt und von den Stockbienen durch starkes Flügelvibrieren weiter entwässert und mit Stoffen angereichert, die seine Reifung fördern. Die verschiedenen Zuckerarten je nach Herkunft des Nektars werden im Reifeprozess enzymatisch gespalten und überwiegend in einfache Zucker (Frucht- und Traubenzucker) überführt. Ist der Honig reif, werden die Zellen von den Bienen mit einem Wachsdeckel verschlossen. Die Honigernte durch den Imker kann beginnen.
Bemerkungen
1.) Jeder Honig kann von Jahr zu Jahr und von Trachtgebiet zu Trachtgebiet verschieden in Konsistenz, Farbe und Geschmack ausfallen. Die Vielfalt der heimischen Flora spiegelt sich im Honig wieder. Ein 100%-iger sortenreiner Honig kann von den Bienen mit einem Flugradius von mindestens 3 km nicht eingebracht werden.
2.) Die kalte Schleuderung ist heute allgemein üblich. Sie stellt eine reine Selbstverständlichkeit dar, die nicht zu Werbezwecken missbraucht werden darf.
3.) Höhere Temperaturen und längere, warme Lagerzeiten können die wertvollen Inhaltsstoffe des Honigs zerstören. Kristallierter Honig kann durch Erwärmen in einem Wasserbad (nicht über 40 Grad) verflüssigt werden. Er gerät nach einer gewissen Zeit in seinen natürlichen Endzustand zurück und wird fest.
Konsistenz des Honigs
Guter naturbelassener Honig wird früher oder später fest, d.h. er kristallisiert. Die Honigsorte ist für den Zeitpunkt verantwortlich, da der unterschiedlich hohe Anteil an wertvollem Traubenzucker diesen natürlichen Vorgang fördert.
Als Faustregel gilt: Helle Honige kristallisieren relativ schnell, oft in wenigen Tagen, da hier der Traubenzuckeranteil überwiegt. Eine Ausnahme ist der Robinienhonig (Akazie). Dunkle Honige bleiben dagegen über einen längeren Zeitraum flüssig, da hier der Fruchtzuckeranteil überwiegt. Durch sanfte Erwärmung (nicht über 40°C!) wird der kristallisierte Honig wieder weich und flüssig. Kühl, dunkel und trocken gelagert ist er viele Jahre haltbar.
Inhalt des Honigs
Hauptbestandteile des Honigs sind Frucht- und Traubenzucker. Ca. 180 weitere wertvolle Inhaltsstoffe finden sich, darunter wichtige Minerale, Aminosäuren, Enzyme, Spurenelemente und Vitamine.

Ausführlichere Informationen über die Bestandteile von Bienenhonig finden Sie im Honigfächer des Bieneninstituts Kirchhain.



